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Willkommen auf dem Blog von Postoutdoorsports (POS). 
POS erkennt das volle Potenzial des Outdoorsports und existiert, um deine Verwirklichung dieses Potenzials allumfassend zu unterstützen. POS liefert und co-kreiert die besten Modelle und Praktiken zum Training von Körper, Geist und Seele im Natursport.

Die 10 größten Flow-Irrtümer

Simon Sirch

Vor zehn Jahren stolperte ich über das Flow-Phänomen; als Wissenschaftler. Es hat mich nie mehr losgelassen, aber oft frustriert. Wir alle kennen dieses Feeling — doch wie kommen wir da rein? Mein Flow blieb lange dem Zufall überlassen. Recherchen ergaben Widersprüche. Das Flow-Gequatsche nervte mich. Ich ließ mich in die Irre führen. Dir will ich das ersparen. Deshalb: Flow-Aufklärung die Erste. 

Irrtum 1: Flow bedeutet für jeden was anderes

Wenn jeder etwas anderes unter "Flow" verstehen würde, dann könnten wir uns darüber nicht austauschen. Flow dürfte von allen Menschen ähnlich erlebt werden, sonst gäbe es keinen gemeinsamen Nenner und erst recht keinen Forschungszweig dazu. Wegen der inflationären Verwendung verschwimmt allerdings die Wortbedeutung. Doch sie lässt sich bestimmen: Der Duden nennt drei Bedeutungen — ich unterscheide vier. Die vier Arten von Flow spielen zusammen, doch direkt glücklich macht nur eine: Nämlich das Flow-Erlebnis. 

Irrtum 2: Flow ist eine Emotion

Oft sprechen wir vom „Flow-Gefühl“. Genau betrachtet ist Flow aber keine Emotion wie Angst oder Freude, sondern ein umfassender Zustand des Bewusstseins, in dem du

  • ganz im Moment aufgehst und völlige Klarheit erlebst,
  • frei und spontan handelst, 
  • dich verbunden und wirkungsvoll erfährst. 

Ohne Zweifel löst das positive Emotionen aus! Aber Glücksgefühle sind nicht das Flow-Erlebnis selbst, sondern eine Begleiterscheinung. Der Flow, der direkt glücklich macht, ist mehr als eine Emotion. 

Irrtum 3: Flow liegt im Außen 

Im Anschluss an die Forschungslinie von Mihály Csíkszentmihályi ist mit Flow ein Erlebnis gemeint. Erlebnisse finden nicht draußen in der Umwelt statt, sondern geschehen per Definition in uns. Der Ursprung des Flow-Erlebens liegt demnach in unserem Inneren. Äußere Faktoren sind wichtige Ansatzpunkte, aber sie sind nicht das Flow-Erlebnis.

Irrtum 4: Flow gibt es nur bei Tätigkeit X

Die Behauptung, dass Flow-Erlebnisse nur bei speziellen Tätigkeiten auftreten, ist nicht haltbar. Flow kann prinzipiell bei jeder Betätigung erlebt werden. Doch in der Tat scheint es Aktivitäten zu geben, die Flow begünstigen: so genannte Flow-Aktivitäten. 

Irrtum 5: Flow passiert im Kopf

Vor allem die Leistungspsychologie sieht Flow als mentales Phänomen und verortet es "im Kopf". Diese Sichtweise ist einseitig und wird dem Kenntnisstand der Bewusstseinsforschung nicht gerecht. Um Flow zu verstehen und zu beeinflussen, müssen wir neben der mentalen Ebene auch die somatische und spirituelle Ebene berücksichtigen. Das sehen sogar Flow-Forscher ein.  

Irrtum 6: Flow ist nur für Profis

Flow ist keiner Elite vorbehalten, sondern radikal demokratisch. Jeder kann Flow erleben, vom Kind bis zum Greis. Ein natürlicher Bewusstseinszustand braucht kein besonderes Fertigkeitsniveau. Zugleich wissen wir, dass hohe Kompetenz in einer Tätigkeit die Häufigkeit und Intensität von Flow-Erlebnissen während dieser Tätigkeit erhöhen kann. Davon bleibt unberührt, dass jeder zum Flow-Profi werden kann.

Irrtum 7: Flow ist individuell

Hier müssen wir genau hinsehen: "in-dividuell" bedeutet auch "un-teilbar". Aber Flow trennt nicht, sondern verbindet. Flow-Erlebnisse lassen sich sehr wohl miteinander teilen — vor allem dann, wenn wir auf ähnlicher Wellenlänge schwingen. Das Individuelle an deinem Flow zeigt sich an der einzigartigen Kombination und Ausprägung der Bedingungen, die dein Flow-Erlebnis braucht. 

Irrtum 8: Im Flow erbringt man maximale Leistung 

Sagt das dein Chef? — Dann klär' ihn auf: Im Flow erbringst du nicht maximale, sondern optimale Leistung. Im Flow arbeiten wir freudevoll und mühelos; an der Leitungsgrenze brennen wir aus. Nach einer Höchstleistung bist du erschöpft und brauchst Ruhe. Nach einem Flow-Erlebnis bist du erfüllt und willst mehr. Interessanterweise belegt die Neurowissenschaft, dass im Flow die Wahrscheinlichkeit von Leistungsspitzen zunimmt und Problemlösen leichter gelingt. 

Irrtum 9: Flow ist Meditation 

Flow ist ein Bewusstseinszustand und Meditation ist eine Praxis, die Bewusstseinszustände trainiert. Zwischen meditativen Erfahrungen und Flow-Erlebnissen gibt es Überschneidungen, aber auch Unterschiede. Einer besteht darin, dass man bei einer Meditation in der Regel körperlich kaum aktiv ist und die Aufmerksamkeit nach innen lenkt, während das Flow-Erlebnis mit einem aktiven Zusammenspiel mit der Außenwelt einhergeht.

Irrtum 10: Flow kann man kaufen

Ein Wunschtraum... und außerdem ein schlechtes Versprechen. Das Flow-Erlebnis ist kein materielles Produkt. Bewusstseinszustände lassen sich weder in der Fabrik produzieren noch im Supermarkt kaufen. Manche nehmen Drogen, um kurzzeitig ihr Bewusstsein zu erweitern — doch keine Substanz garantiert den „guten Trip“. 

Der Schlüssel: Flow-Bedingungen

Was können wir dann tun, um dem Flow die Tür zu öffnen? — Der Schlüssel zum Geheimnis des Glücks liegt in seinen inneren und äußeren Bedingungen. Flow-Erlebnisse lassen sich nicht herstellen, aber Bedingungen lassen sich schaffen. Optimale Bedingungen maximieren die Wahrscheinlichkeit für Flow. Mit System. Mit Freude. Mit Wirkung.

Postoutdoorsports klärt weiter auf. Du darfst gespannt sein.


Nächstes Mal klären wir die Flow-Arten. Vier Mal Flow — einer macht direkt glücklich. Rate mal welcher. 

Nächstes Mal klären wir die Flow-Arten. Vier Mal Flow — einer macht direkt glücklich. Rate mal welcher.