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Vortrag 2015 – Inhalte

 

Outdoorsport  Impulse zur Fortsetzung unserer Abenteuer

Der Outdoorsport steht vor dem Übergang in die nächste Stufe. Zur Zeit gibt es Spitzenleistungen in fast allen Aktivitäten: Sei es im Klettern, Bergsteigen, Mountainbiken, im Ski fahren und Snowboarden, im Kanusport oder im Gleitschirm fliegen. Wir sehen beeindruckende Bilder und Filme von kreativen und hochriskanten Aktionen — nicht nur von Profi-Athleten, sondern auch von begeisterten Freizeitsportlern. Und wir bekommen mit, dass es immer mehr Menschen zur Bewegung in die Natur zieht.

Was ist mit Deinem Abenteuer?

Steht Dein persönliches Sporttreiben auch vor einem Übergang? Weißt Du schon, wo Deine nächste Unternehmung hingehen soll? Was ist das nächste Projekt? Was würdest Du gerne schaffen, bevor Dir andere Dinge in die Quere kommen? Suchst Du nach Wegen, um Deine Outdoor-Erfahrungen zu vertiefen, auszuweiten oder länger zu bewahren? Fragst Du Dich, wie Du Deinen Sport mit gutem Gewissen weiterführen kannst? Wenn ja, dann bist Du in einer Situation des Übergangs. Gratulation! Hier gibt es den Stoff für neue Abenteuer. Genau darum geht es in meinem neuen Vortrag.

Die Evolution und Zukunft unseres und Deines Outdoorsports

Wenn man die Entwicklung des Sports zurückverfolgt, dann steht der Outdoorsport derzeit als jüngstes Phänomen an der Spitze. Das Sporttreiben in der Natur vereint wesentliche Errungenschaften der Menschheitsgeschichte – von der Verbundenheit mit den Elementen der Natur bis hin zur Nutzung hochtechnisierter Ausrüstung. Neuerdings können wir die Evolution des Outdoorsports schlüssig erklären, anhand der Erkenntnisse aus der neueren Entwicklungsforschung. Noch spannender: Wir verstehen nicht nur die Vergangenheit unseres Sports, sondern bekommen eine Vorstellung davon, wo es hingehen wird. Das Faszinierende ist, dass wir diese allgemeine Entwicklung in den meisten Fällen an unserer eigenen Biographie sehen können: in unserem sportlichen Werdegang und persönlichen Lebensweg. In diesem Vortrag kannst Du Deinen Blick dafür schärfen.

Vom Naturerleben bis zum Flow

Warum gehst Du in die Berge? Wieso kletterst Du? Was fasziniert Dich an dieser Landschaft? Was macht daran Spaß? Weshalb umsegeln Menschen die Welt oder stürzen sich in Fluganzügen von Klippen? Was bewegt einige von uns, in der Outdoor-Branche zu arbeiten, Gruppen durch die Natur zu führen oder sich in einem Verein wie dem DAV zu engagieren? Die Antworten auf diese Fragen sind unterschiedlich, manchmal zutreffend, aber selten neu. Ich behaupte, dass viele alte Antworten zu kurz greifen. Hinter dem "Adrenalin-Kick", dem "Flow" oder der "Freude an der schönen Aussicht" gibt es noch weitere Ebenen, die häufig unentdeckt bleiben. Warum jemand Outdoorsport betreibt, habe ich in meiner Doktorarbeit untersucht. Dabei bin ich auf knapp zwei Dutzend Begründungen gekommen, mit denen die Wissenschaft, die Medien und wir selbst unser Handeln erklären. In meinem Vortrag lade ich Dich ein, Deine eigenen Gründe aus neuen Blickwinkeln zu beleuchten.

Bewegungsstile im Sport –– Lebensstile im Leben

In keinem anderen Bereich des Sports eröffnen sich so vielfältige Möglichkeiten wie im Outdoorsport. Wir können auf abwechslungsreiche Weise laufen, springen, klettern, rollen, gleiten, schwimmen, segeln und fliegen  dank der Natur und moderner Technologien, aber auch dank unseres Körpers. Innerhalb dieser Vielfalt hat jeder Einzelne grundsätzlich die Wahl, in welchem Stil er sich fortbewegen will. Beim Klettern können wir zum Beispiel zwischen Seilklettern, Bouldern oder Klettersteig wählen, zwischen verschiedenen Routen und dem Begehungsstil. Mehr noch: Im Freiraum des Outdoorsports dürfen wir nicht nur wählen, wir dürfen auch selbst gestalten — dank unserer Kreativität. Je bewusster die Wahl und die Gestaltung des eigenen Stils, desto mehr drücken sich im Sporttreiben unsere Werte aus. Über Werte wird im Outdoorsport und im Leben viel gesprochen. Doch beim Blick in die Tiefe der Werte wird vielen von uns schwindlig. Diesen Schwindel bringt mein Vortrag wieder zurück ins Gleichgewicht.

Individuelle Einzigartigkeit und gemeinschaftliches Engagement von Menschen im Outdoorsport

Ein reizvolles Moment im Outdoorsport besteht darin, dass man für sich selbst verantwortlich ist; dass die nächste Entscheidung, der nächste Griff in den eigenen Händen liegt. Ein gravierender Fehler hat eine schmerzhafte Rückmeldung zur Folge, in den schlimmsten Fällen den Tod. Im Gegenzug wird der Kletterer, der Biker oder der Snowboarder mit atemberaubenden Erlebnissen belohnt. Die Freiheit, besondere Erlebnisse nach individuellem Geschmack herzustellen, ist ein Anreiz für Natursportler. Hier ist es legitim, mal etwas „nur für sich selbst“ zu tun. Dennoch betreiben die wenigsten ihren Sport ausschließlich als Einzelkämpfer. Meistens sind  wir gemeinsam mit Anderen aktiv. Die Gründe dafür sind unterschiedlich: um Anerkennung zu bekommen, um Risiken besser einschätzen zu können, um andere Menschen kennenzulernen, um das Erlebte zu teilen. Die Teams, Cliquen und Gruppen im Outdoorsport sind besonders: Sie lassen viel Freiraum für den Einzelnen und seinen individuellen Stil, gleichzeitig entstehen bedeutsame Verbindungen zwischen den Partnern  ein Gegenpol zu den flüchtigen Beziehungen auf Facebook und Co.?

Impulse zur Fortsetzung unserer Abenteuer

Der Philosoph Søren Kierkegaard sagt: "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit“. Dem kann sich auch im Outdoorsport niemand entziehen. Vergleichst Du Dich etwa nicht mit den jungen Wilden, die einen unverbrauchten Körper unter besten Bedingungen zu Hochleistungen trainieren dürfen? Oder mit den alten Haudegen, die davon erzählen können, wie sie wild und furchtlos an den Grenzen unterwegs waren? Oder mit den Aussteigern, die über das ganze Jahr in den schönsten Winkeln der Erde ihrer Leidenschaft nachgehen? Einerseits hat Kierkegaard Recht: Es macht sinnlos unglücklich, wenn man sich körperlich mit jüngeren Athleten vergleicht. Denn bestimmte körperliche Fähigkeiten bauen tatsächlich ab Mitte Zwanzig ab. Andererseits wusste Kierkegaard nicht, dass zum Beispiel die Erlebnisfähigkeit mit den Jahren zunimmt und bis ins hohe Alter gesteigert werden kann. Das belegen führende Entwicklungsforscher und dafür eröffnet der Outdoorsport einen fantastischen Spiel- und Übungsraum. Denn es gibt kein anderes Gebiet in der Sportlandschaft, in dem Erlebnis, Leistung und Risiko so eng zusammen liegen. Wenn wir aus diesem Potenzial schöpfen, dann erkennen wir auch in uns den zielstrebigen Leistungsmenschen, den freien Künstler, den reflektierten Risikomanager. Wenn wir diese drei Aspekte verstehen und verwirklichen, dann machen wir den Schritt in ein Abenteuer, das über alle bisherigen hinausgeht.

Ich freue mich auf Dein Kommen.

Simon Sirch

(Zur besseren Lesbarkeit habe ich nur die männliche Form verwendet. Selbstverständlich sind damit immer Frauen wie Männer gemeint.) 

 

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